Hintergrund: LSI-Stresstest 2026 *
Der von der Deutschen Bundesbank und der BaFin durchgeführte aufsichtsrechtliche Stresstest für Less Significant Institutions (LSI), der „LSI-Stresstest 2026“, startet am 01.04.2026. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Institute gegenüber schwerwiegenden wirtschaftlichen, finanziellen und marktbezogenen Schocks zu überprüfen. Die Einreichungsfrist wird der 31.05.2026 sein.
Im Rahmen des Stresstests simulieren die Banken sowohl ein Basisszenario als auch mehrere adverse Szenarien, um zu analysieren:
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- wie stark das Eigenkapital unter Stress sinkt,
- ob regulatorische Mindestanforderungen eingehalten werden können,
- und welcher Kapitalpuffer erforderlich ist, um Schocks zu absorbieren.
Der Stresstest deckt alle wesentlichen Risikoarten ab:
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- Kreditrisiken
- Marktpreis- und Zinsänderungsrisiken
- Liquiditätsrisiken
- Refinanzierungs- und Spreadrisiken
- sowie die Auswirkungen auf Ertragslage, Kostenstruktur und die Resilienz des Geschäftsmodells
Erforderliche Datenmeldungen
Für den LSI-Stresstest 2026 müssen Institute umfangreiche Daten an die Aufsicht übermitteln, u.a.:
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- Bilanz- und GuV-Positionen
- Portfolio- und Risikodaten je Risikoart
- Kapital-, Puffer- und Eigenmittelinformationen
- Detailnachweise zur Modellierung der Stresstests
Die Ergebnisse des Stresstests spielen eine wichtige Rolle für die aufsichtliche Beurteilung des Instituts, insbesondere für:
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- die SREP-Gesamtbeurteilung,
- die Ableitung der Pillar-2-Guidance,
- aufsichtliche Struktur- und Jahresgespräche,
- sowie Empfehlungen zu Kapitalmaßnahmen oder Anpassungen des Geschäftsmodells.
Erwartete Neuerungen im LSI-Stresstest 2026
Gegenüber früheren LSI-Stresstests ist davon auszugehen, dass die Aufsicht folgende Punkte verschärft oder erweitert:
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- höhere Granularität der Risikodaten, insbesondere im Kreditrisiko
- stärkere Integration von Zinsänderungsrisiken entsprechend der aktuellen Zinsvolatilität
- präzisere Modellierungsanforderungen zur Kapitalplanung
- mehrjährige Betrachtung der Ertrags- und Kostenentwicklung unter Stress
- Fokus auf Qualität statt Quantität: In der Umfrage zur Ertragslage sind neben den Plandaten nur noch 3 weitere Szenarien zu analysieren.
- verstärkte Plausibilitäts- und Konsistenzprüfungen durch die Aufsicht
- Neuer Stresstest: BFA 3-Simulation sowie Ausweichverfahren bei Befreiung auf Basis der eingereichten IRRBB-Meldung
Unsere Unterstützung im LSI-Stresstest 2026
Wir begleiten Institute umfassend entlang des gesamten Stresstest-Prozesses:
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- Interpretation aufsichtsrechtlicher Vorgaben (BaFin, Bundesbank, EBA)
- Unterstützung bei der Datensammlung für GuV, Risiko, Bilanz und Eigenmittel
- Optimierung der Datenprozesse zur Sicherung der aufsichtsrechtlichen Datenqualität
- Erstellung von Berichten, Templates und Dashboards gemäß den Anforderungen der Aufsicht
- Durchführung interner und aufsichtsbezogener Stresstest-Simulationen
- Analyse der Ergebnisse: Wo liegen die wesentlichen Risiken? Welche Kapitalpuffer werden benötigt?
- Integration der Stresstestergebnisse in Geschäftsmodell- und Kapitalplanung
Nutzen für die Bank
Der LSI-Stresstest bietet wichtige Einblicke, die weit über die reine Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen hinausgehen. Aus den Ergebnissen lassen sich zentrale Erkenntnisse ableiten:
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- Wie krisenfest ist das Geschäftsmodell?
- Welche Kapitalanforderungen ergeben sich im Stressfall?
- Welche Schwachstellen bestehen im Risiko- und Kapitalmanagement?
- Welche Anpassungen erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Instituts?
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