Analyse und Quantifizierung des wertorientierten Liquiditätspreis-Risikos – ein Praxisbericht*
Steigende Liquiditätsspreads und volatile Refinanzierungskosten stellen Banken zunehmend vor neue Herausforderungen in der Gesamtbanksteuerung. Insbesondere die sachgerechte Messung und Quantifizierung des wertorientierten Liquiditätspreisrisikos gewinnt durch regulatorische Anforderungen und veränderte Marktbedingungen deutlich an Bedeutung.
Gemeinsam mit der VR VerbundBank eG hat die ICnova AG ein Praxisprojekt zur Analyse und Quantifizierung des Refinanzierungskostenrisikos durchgeführt. Autoren des Fachbeitrags sind Christian Bernhardi, Bereichsleiter Finanzen der VR VerbundBank eG sowie Dr. Andreas Beck und David Klein von der ICnova AG.
Ziel des Projekts war es, die bestehende Methodik zur Risikoermittlung kritisch zu überprüfen und eine belastbare, ökonomisch sachgerechte Lösung für die Risikotragfähigkeitsrechnung zu entwickeln.
Zentrale Fragestellungen des Projekts
| 📊 Liquiditäts-Cash-Flow | Sachgerechte Abbildung aller relevanten Aktiv- und Passivpositionen. |
| ⚖️ Doppelverrechnungen vermeiden | Bereinigung von Überschneidungen mit bestehenden Spreadrisiken. |
| 📈 Validierung von Risikoszenarien | Herleitung realistischer Szenarien auf Basis historischer Spreadentwicklungen. |
| 🏦 Gesamtbanksteuerung | Integration der Ergebnisse in Risiko- und Vertriebssteuerung. |
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie stark sich die Ergebnisse durch eine sachgerechte Modellierung verändern können: In einer Beispielrechnung konnte der ermittelte Risikowert von rund 95 Mio. EUR auf etwa 15 Mio. EUR reduziert werden. Die dargestellten Werte stellen dabei ausdrücklich keine Echtdaten der Bank dar, sondern verdeutlichen die Verhältnismäßigkeiten der sachgerechten Modellierung für die VR VerbundBank eG.
Illustrative Ergebniswirkung der Modellanpassung
| Ursprüngliche Testrechnung | ca. 95 Mio. EUR |
| Sachgerecht angepasste Modellierung | ca. 15 Mio. EUR |
| Hinweis | Anonymisierte Beispielwerte zur Darstellung der Verhältnismäßigkeiten |
Neben der regulatorischen Perspektive liefert der Ansatz insbesondere wertvolle Impulse für die Vertriebs- und Konditionssteuerung. Denn Liquiditätskosten und Liquiditätsnutzen müssen heute konsequent in die Kalkulation von Aktiv- und Passivprodukten integriert werden, um nachhaltige Margen sicherzustellen.
- Sachgerechte Quantifizierung setzt eine korrekte Cashflow-Abbildung ohne Doppelverrechnungen mit anderen Risikoarten voraus.
- Die Herleitung valider Risikoszenarien ist entscheidend für belastbare Ergebnisse in der Risikotragfähigkeit.
- Die Steuerung erfolgt insbesondere über die Fristigkeit von Finanzierungen, Kundeneinlagen, Anlagen und Krediten.
- Zusätzlich kann die Steuerung der Zinsrisiken über Zinsswaps erfolgen.
Die so ermittelten Risiken sind wesentlich und sollten bewusst gesteuert werden.
Fachartikel in der BankInformation
Die vollständigen Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der BankInformation veröffentlicht.
👉 Zum Fachartikel: Liquiditätspreisrisiko. Sachgerechte Messung und Quantifizierung
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Kontakt
Bei Fragen zum Thema oder Interesse an einem fachlichen Austausch wenden Sie sich gerne an Dr. Andreas Beck oder David Klein von der ICnova AG.
